Trauerrede in Ransbach-Baumbach
10. März 2012


Der Westerwald-Kreis und der Westerwald-Verein
trauern um Jürgen Reusch


Jürgen Reusch gehörte zu jenen eindrucksvollen Menschen, die sich in außergewöhnlichem Maß ehrenamtlich für die Gemeinschaft engagieren. Bei seinen zahlreichen Betätigungen für die Kultur im Westerwald ergaben sich viele Begegnungen miteinander.

Seit vielen Jahren gehörte er zum Redaktionsstab der „Wäller Heimat“, dem Kreisheimatjahrbuch des Westerwaldkreises. Von ihm gingen hier oft maßgebliche Impulse bei der Findung von Leitthemen und deren redaktioneller Bearbeitung aus. Ihm war immer daran gelegen, geschichtliche Zusammenhänge wissenschaftlich genau zu recherchieren und verständlich darzustellen. Sandten Laienautoren ein ungenügendes Manuskript ein, kam es vor, dass er es grundlegend und mühevoll überarbeitete, und es dann zum Druck frei gab, ohne seine Ko-Autorenschaft zu nennen. Diese uneigennützige Hilfsbereitschaft habe ich oft bei Jürgen Reusch angetroffen und schätzen gelernt.

Aus Interesse für die regionale Vergangenheit betreute Jürgen Reusch die Bibliothek der „Nassauischen Kulturstiftung“ und katalogisierte die ca. 2000 Bände. Auf der Suche nach einem geeigneten Verbleib der Bücher – heute im Landschaftsmuseum Westerwald – kam er 1994 mit Karl Kessler in Kontakt, der Jürgen Reusch für die Mitarbeit im Westerwald-Verein gewinnen konnte.

Beide Männer verband die Liebe zum Westerwald. Jürgen Reusch begab sich auf „Spurensuche“ in der „Gesellschaft für Heimatkunde“ und legte ein umfangreiches Archiv über Bodendenkmale und Grenzsteine im Westerwald an. Er leitete Exkursionen im Wald, hielt heimatgeschichtliche Vorträge.

Viele werden sich an das Titelfoto auf der Zeitschrift "Der Westerwald"
in Montur und Pose als „General Marceau“ am Originalschauplatz erinnern, für ihn ein geeignetes Mittel der Darstellung, seinen Mitmenschen komplizierte Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln.

Seit etlichen Jahren war Jürgen Reusch maßgeblicher „Sprecher“ der verschiedenen Arbeitskreise der Gesellschaft für Heimatkunde, besorgte mit zahlreichen Veröffentlichungen die Pressearbeit und organisierte die Jahrestreffen für die etwa 160 Mitglieder.

In den Vorstandsgremien der Freundeskreise beider Museen im Kreis, im Keramikmuseum wie auch im Landschaftsmuseum Westerwald, war Jürgen Reusch mehrere Jahre aktiv tätig.

Wenn er in den verschiedenen Gremien seine Meinung inhaltlich einbrachte, machte er das fachlich überzeugend, aber stets auf seine ihm eigene unaufdringliche und bescheidene Art.
 
Seinen Mannschaftsgeist und seine Toleranz – beides erklärt sich vermutlich aus seiner großen Leidenschaft, dem Fußballspiel – habe ich sehr an ihm geschätzt. Für die Sache der Heimatforschung hat sich Jürgen Reusch nicht geschont. Sein Tod tut mir unendlich Leid.

Der Westerwald-Kreis, das Landschaftsmuseum Westerwald und das Keramikmuseum, die Gesellschaft für Heimatkunde und der Westerwald-Verein –

wir alle werden Jürgen Reusch ein ehrendes Gedenken bewahren.

Dr. Manfrid Ehrenwerth

Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 12.05.13