Geotope im Westerwald 
    Beiträge von Karl Kessler u. Eberhard Klein (2005)
Was ist ein Geotop
Geotope im Westerwald
Geotope u. archäologische Denkmäler
Geotopvernetzung im Westerwald
Geoland Westerwald
Den Stein ins rollen bringen

Geotope im Westerwaldkreis 
Die Auswahl der beschriebenen Geotope wurde nach folgenden Kriterien getroffen:

Mischung von bekannten und weniger bekannten Geotopen
Kulturelle Bedeutung (Geschichte und Sage) innerhalb der Bevölkerung
Geotope der jüngeren Erdgeschichte, insbesondere des Vulkanismus und der Eiszeit
Wissenschaftliche Aussagekraft
Sicherheitsaspekt
Leichte Erreichbarkeit (Bedingt beim Geotop Sengelberg)

Liste der Geotope u. Geopark-Informationszentren im Westerwald ---->>>

 


Beschreibung einzelner Geotope 
(NSG = Naturschutzgebiet, ND = Naturdenkmal) 
 

KetzersteinND Ketzerstein
 

Das Naturdenkmal Ketzerstein liegt auf einer Höhe von 610 m südlich der Gemeinde Liebenscheid-Weißenberg am nördlichen Rande des Westerwaldkreises. Er ist der sichtbare Rest eines Lavastromes. Deutlich erkennt man noch die ehemalige Säulenform, die durch horizontale Klüfte weiter zergliedert wurde. Geologisch bedeutsam ist der hohe Gehalt an magnetischem Eisen-Titan-Erz (Illmenit), der den Ausschlag einer Kompassnadel deutlich beeinflusst (Aberration). 
Der Ketzerstein führt seinen Namen auf die in der Nähe gelegene Wüstung Katzhausen zurück, nach der auch der Ketzerbach benannt ist. Die groben Felsblöcke in altarähnlicher Form versucht man als heidnischen Opferaltar zu deuten. 


Das Pfaffenmal

Knapp südwestlich von Nisterau-Bach liegt 487 m ü. NN links vom Eingang zur Bacher Lay im Naturschutzgebiet eine klippenartig hervortretende Basaltkuppe, das Pfaffenmal. Es handelt sich um eine Säulenabsonderung zum Teil in Meilerstellung. 


Basalt-„Klippen“ im Naturschutzgebiet Bacher Lay bei Bad Marienberg. 
(Foto Karl Kessler)

Geschichte und Sage
Am Fuße des Pfaffenmales soll nach mündlicher Überlieferung vor der Reformation eine Einsiedlerklause gewesen sein. Ganz in der Nähe befindet sich der Wohnplatz der Ortswüstung Pfingsthofen. In den Spinnstuben vergangener Tage erzählte man sich die Sage von einem Zwergenvolk, das von den Leuten Pfaffen genannt wurde. Sie waren als Bergleute tätig und ließen eines Tages ihre ergrabenen Schätze, Gold und Silber, vor ihrer Behausung in der Sonne glitzern. Der Müller Knoll aus Bach kam des Weges, dem riefen die Zwerge, denen er oft den Backtrog geliehen hatte, aus Dankbarkeit zu: Müller Knoll, Müller Knoll, mach dir Händ und Taschen voll! Der Mann wollte sich nicht damit begnügen, er lief nach Hause um einen großen Sack zu holen. Doch dann kam er zu spät. Schätze und Pfaffen waren verschwunden und wurden seither nicht mehr gesehen.



Großer Wolfstein
Den Große Wolfstein, Naturdenkmal, 555 m ü. NN, findet man nordwestlich von Bad Marienberg im Bereich des Landschaftsschutzgebietes Marienberger Höhe in der Gemarkung Kirburg. Gut ausgeschilderte Wanderwege führen von der Stadtmitte und vom Wildpark-Parkplatz zum knapp 2 Kilometer entfernten Ziel. Ebenso wie der Ketzerstein ist auch der Große Wolfstein der Überrest eines Lavastromes. Er bildet zusammen mit dem unweit gelegenen Kleinen Wolfstein den sogenannten Wolfsteinrücken. 
 Zwischen Bad Marienberg, Bölsberg und Unnau fallen Basaltblockfelder auf, die während der Eiszeiten von den Basaltdecken der Berge abgeglitten sind und hier unmittelbar am Plateaurand das devonische Schiefergebirge überlappen.(
Foto Eberhard Klein)
Geschichte und Sage
Die Grenzbeschreibung der Kirche zu Haiger 914/1048 lässt schon im frühen 10. Jahrhundert den Rechtsbereich der Herrschaft zum Westerwald erkennen. Als Grenzpunkt wird der Große Wolfstein genannt, der damals „Drutgerestein“ hieß. Die Bezeichnung gab den Anlass zur Annahme einer keltischen Kultstätte. Grenzsteine von 1788 mit den Buchstaben ON = Oranien-Nassau und SH = Sayn-Hachenburg markieren dort noch den alten Grenzverlauf. Die Sage erzählt: Der Teufel wollte einen Turm bauen, der bis in den Himmel reichen sollte. Er sammelte eine Menge mächtiger Basaltblöcke, die überall in den Wäldern umherlagen. Er band sie mit einer „Witt“ (Weiden- oder Birkenreis, das so lange gedreht, „gebreiselt“, wird, bis es sich wie ein Strohseil binden lässt) beieinander, und fuhr mit seiner Last durch die Lüfte. Die Witt riss, und die Steine fielen zu früh auf die Erde. Und da liegen sie heute noch. So soll der Große Wolfstein entstanden sein.



Hochstein
An der K 65 zwischen Dreisbach und Höhn-Schönberg liegt Höhn-Neuhochstein. Etwa in der Ortsmitte erreicht man nach 250 m nördlich die eindrucksvollen Felsen des Naturdenkmals Hochsteins, 525 ü. NN, mit einem Basaltblockfeld. 
Geschichte und Sage
Der Berg- und Hüttentechniker, Geologe und Mineraloge Dr. h.c. Johann Philipp Becher schreibt in seiner „Mineralogischen Beschreibung des Westerwaldes, Berlin 1786“ über den Hochstein: Die Ebene um das Dorf Kackenberg hat rechter Hand und zwar größtentheils am Gehänge, das nach der Niester zu geht, einen  Buchenwald, in welchem oben und kaum 300 Schritt vom Dorf, ein Haufen Basalt-Blöcke bei und aufeinander liegen, wovon mancher 30 und mehrere Zentner wiegt. Sie kommen Haufenweis und zerstreut vor, und siehet dadurch alles so wild aus, daß man vor 3000 Jahren gewähnt haben würde, daß hier der Ort gewesen, wo Riesen den 
Himmels-Sturm wagten, von den Göttern aber, die Felsen zerrissen und die Stücke auf die Stürmende herabstürzten, repoußiert wurden. Der eigentliche Kackenberger Stein, oder das so genannte wilde Weiberhäußchen, wovon die Sage wie vom dem schon erwähnten Namens-Verwandten geht, daß ehedessen wilde Leute darin gewohnt hätten, besteht aus einem Basaltfelsen, welcher durch die horizontale und senkrechte Sprünge, wie in Parallelipipeden getrennt und auf einander gethürmt zu seyn scheint. Moos bandirt sie und benimmt ihnen an ihrem Ansehen so wenig, als das ganze dadurch an Feierlichen verliert.
So gibt es viele “Wildweiberhäuschen“ auf dem Westerwald, so bei Driedorf, bei Oberdresselndorf, bei Langenaubach und auf dem Malberg bei Moschheim. Es sind zerklüftete Höhlen, Felsspalten oder überhängende Steine aus denen ein Raunen und Weben aus alter Zeit die Westerwälder noch heute geheimnisvolle Sagen erzählen lässt.


Großer Stein
Der Große Stein (bei Lützeln) liegt auf einer Meereshöhe von 546 m. Er ist der Überrest eines Vulkanes, der vor etwa 20 – 30 Millionen Jahren an dieser Stelle das Schiefergebirge durchbrach. Nur kurze Zeit nach dem Ausbruch begann die Verwitterung an der Vulkankuppe zu arbeiten. Aschen und andere durch den Vulkan ausgeworfene Gesteine wurden von Wind und Wasser entfernt. Zurück blieb der zu Säulen erstarrte Basalt. Durch Frosteinwirkung während den Eiszeiten wurden die Säulen zerteilt und es entstand ein eindrucksvolles Blockmeer.


Grauer Stein (Botterweck)
Der Graue Stein, 519 m ü. NN, am westlichen Ortsrand von Rennerod gelegen, ist ein im Westerwald einmaliges Geotop! Zahlreiche Felsformationen im Westerwald haben ihre heutige Ausprägung während der Eiszeiten erhalten. Dies ist am Grauen Stein nicht der Fall.  Der Bevölkerung ist die kugelige Form der Steine aufgefallen, die dem Grauen Stein auch den Namen „Botterweck“ gaben. Dies ist eine Verwitterungsform, die innerhalb des Bodens entsteht. Bevorzugt geschieht dies unter tropischen und subtropischen Bedingungen. Darauf deutet auch die Rotfärbung des heutigen Bodens hin. Einige auf dem Waldboden liegende Kugeln sind gespalten, hervorgerufen durch Frostsprengung in den Kaltzeiten.
Das Hessische Landesvermessungsamt in Wiesbaden stellte in den 1970er Jahren den geographischen Mittelpunkt der Bundesrepublik Deutschland in Rennerod nach dem Koordinatensystem (Breitengrad 50,37 Nord, Längengrad 8,04 Ost) fest. 
Als markanter Punkt bot sich der Botterweck an. Nach der Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit mit den ostdeutschen Ländern, der damaligen DDR, am 3. Oktober 1990 wurde Niederdorla in Thüringen der neue geographische Mittelpunkt Deutschlands.
(Foto Karl Kessler)


NSG Holzbachdurchbruch mit der Sonnenkanzel 


Der Holzbachdurchbruch, im Volksmund auch Holzbachschlucht genannt, gehört zu den bedeutenden Attraktionen des Westerwaldes. Auf einigen Hundert Metern hat sich der Holzbach seinen Weg durch die Basalte und Tuffe gesucht und ein wildromantisches Tal geschaffen. Dies hängt unmittelbar mit der Hebung des Rheinischen Schiefergebirges in den letzten 800000 Jahren zusammen. Weniger bekannt ist die östlich der Gemeinde Gemünden am Holzbach gelegene Sonnenkanzel. Es ist der durch die Abtragung lockerer Gesteine herausgearbeitete Rest eines Basaltganges. An dem etwa 100 m langen Grat erkennt man immer wieder schöne Basaltsäulen. Ausgangspunkt für eine Rundwanderung ist der Parkplatz an der L 300 südwestlich von Seck (Hinweisschild Hof Dapperich) oder nordöstlich von Gemünden auf dem Wanderparkplatz bei der Lexen-Mühle.
(Foto Eberhard Klein)





 


Der Sengelberg

Der Sengelberg ist ein 444 m hoher Berg liegt zwischen den Ortschaften Weltersburg, Salz und Herschbach. Dieser Berg wird kaum begangen. Er ist komplizierter aufgebaut, als er von weitem aussieht. An der nördlichen Flanke wurde ein mittelgroßer Steinbruch angelegt, wo der berühmte Backofenstein gewonnen wurde. Dieses Gestein besteht aus Bims, aus Aschen und Kristallen. Es entstand aus einer glühendheißen Wolke, die einem nahegelegenen Vulkan entströmte. Diese Glutwolken gehören zu den größten Gefahren eines Vulkans, da in der Regel für den Menschen keine Chance besteht, ihr zu entgehen. Später deckte ein Trachyandesit-Strom den Backofenstein zu und schützte ihn damit vor der Abtragung durch Wasser und Wind. 

Auch dieses vulkanische Gestein konnte der Mensch nutzen, z.B. beim Bau des „Bürgermeisteramtes“ in Salz. Zuletzt tat sich im Berg erneut eine Spalte auf, in die Basalt eindrang. Dieser zieht sich heute als Rippe quer über den Berg.
(Foto Karl Kessler)

Geschichtliches
Westerwälder Backofenbauer waren in Gershasen ansässig. Es waren Maurer, die sich schon früh auf den Bau von Backöfen spezialisiert hatten. Waren es früher Hausbacköfen, so fanden die Gemeindebacköfen erst im 17. und 18. Jahrhundert größere Verbreitung. Die Backofenbauer waren Steinmetze, Ofenbauer und selbständige Unternehmer in einer Person. Oft waren sie noch Pächter oder Eigentümer eines Trachyttuff-Steinbruchs, so auch am Sengelberg.


ND Zehntgarben-Stein (VG Selters)

Zehntgarben-Stein (VG Selters)

"Südwestlich von Hartenfels am Hauptwanderweg II des Westerwald-Vereins befindet sich der Zehntgarben-Stein. Er besteht aus einem ähnlichen Gestein wie der Schenkelberger Kopf oder auch der Hartenfelser Burgberg: Hawaiit-Trachybasalt. Deutlich ist die säulige Absonderung zu erkennen. Säulen sind keine Kristalle, sondern entstehen in der abkühlenden bereits festen Lava. Es sind Schrumpfungsrisse, die durch den Volumenschwund bedingt sind. Der Zehntgarben-Stein erhielt seine Form wahrscheinlich durch den lokalen Abbau des Gesteins. Ein Aufstieg zum Burgberg in Hartenfels lohnt ebenso. Neben einem grandiosen Ausblick ist auch hier eine schöne säulige Ausbildung der Lava zu finden."
(
Karl Kessler)  

Die Felsgruppe „Zehntgarben“ ist eines der zahlreichen Geotope im Westerwald und steht als Naturdenkmal seit dem 01.07.1977 unter Schutz. Die sechskantigen Säulen sind eine häufig vorkommende Erstarrungsform der Basaltmagma, die sich beim Abkühlen nach einem Vulkanausbruch immer rechtwinklig auf einem älteren Untergrund ergibt. Das tertiäre Gestein ist vor etwa 25 Millionen Jahren entstanden. (
Fotos u. Text Wilfried Göbler)


Sagenhaftes

Der Sage nach handelt es sich um einen umgestürzten Erntewagen eines Bauern, der sein Getreide in der Dunkelheit bei einem nahenden Gewitter einfahren wollte, ohne seinem Grundherren, dem Erzbischof von Trier, den Zehnten abzugeben.

Im Schein der Blitze gewahrte ihn der Zehntenerheber von der nahe gelegenen Burg Hartenfels, dem „Schanddeppen“ und ritt dem flüchtenden Bauern nach. Auf dem holprigen Weg schlug der hochbeladene Erntewagen um. Zornig über sein Missgeschick schrie der Bauer dem Erheber einen Fluch entgegen: „Wenn du doch zu Stein würdest!“ Doch die Verwünschung traf den Flucher selbst. Kaum war das letzte Wort von seiner Zunge, da herrschte Totenstille. Der Zehntenerheber fand nur noch einen Haufen versteinerter Garben und daneben den versteinerten Bauern mit seinem Ochsengespann und dem Hund, halbversunken in der Erde, regungslos. Basaltsteine. (KK u. WG)
 


ND Kranstein

Kanstein

An der Strasse K 95, die von Willmenrod nach Weltersburg führt, liegt 372 m ü. NN ein Naturdenkmal, der Kranstein. Ein kleiner Teil eines größeren Steinbruchs an seiner Nordwestflanke wurde wegen seiner in Pyramidenform und in Meilerstellung befindlichen Basaltsäulen als eindrucksvolles Geotop 1984 unter Schutz gestellt. Es gibt kaum einen Bildband oder geologische Abhandlung über den Westerwald ohne ein Foto vom Kranstein. - Auf unsere Veranlassung hin hat die Verbandsgemeinde Westerburg inzwischen den Kranstein von der Verbuschung befreit und zusammen mit der Ortsgemeinde Weltersburg wieder einladend gestaltet.
(
SW Foto Thomas Bartolosch  [kls: nachträglich coloriert ]

 


Druidenstein
Der Druidenstein, Naturdenkmal, 431 m ü. NN, gilt als der nördlichste Ausläufer des basaltischen Westerwaldes. In der Tertiärzeit vor etwa 25 Millionen Jahren entstanden, lässt der Druidenstein etwas von der Dramatik des Vulkanausbruchs erahnen als glutflüssige Lava sich aus dem Erdinneren durch die devonische Grauwacke hindurchzwängte und anschließend zu Basaltsäulen erstarrte.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde ein Teil der als Orientierungspunkt für feindliche Heere geltenden Kuppe abgetragen. Heute ist nur noch etwa ein Drittel davon erhalten. Durch die Unterschutzstellung um 1920 wurde ein weiterer Abbruch verhindert. Sagen berichten von keltischen Druiden als Namensgeber des Naturdenkmals und von Germanen, die dort eine Kultstätte hatten. 


Der Strom-Berg


Der Strom-Berg ist eine 407 m hohe Erhebung zwischen Westerburg und Willmenrod. Der Gipfel wird von einem umfangreichen Blockmeer gekrönt. Deutlich ist noch die Säulenbildung des Basaltes zu erkennen. Durch Frostsprengung während der Kaltzeiten entstandene Risse haben zahlreiche Basaltblöcke geteilt. Wasser drang in die engen Spalten des Gesteins ein. Beim Einfrieren dehnte es sich aus und führte durch häufiges Wiederholen zur Spaltung der
Blöcke.
(Foto Eberhard Klein) 


 


Der Trachytsteinbruch in Wölferlingen


Der Trachytabbau gehört zu den wichtigen Rohstoff-Industrien im Westerwald. Der Trachyt von Wölferlingen gehört zu den SiO2–reichen Gesteinen, das hier in ebenmäßigen Säulen ansteht. Im Haupt-Bruch, am östlichen Ortseingang, existiert noch ein alter Betriebskran, der zum Transport der rohen Gesteinsblöcke diente. Trachyt von Wölferlingen fand Verwendung für Grenzsteine, Treppenstufen, Bodenplatten, Tür- und Fenstergewänden, in der Denkmalpflege und wurde auch beim Hausbau verwendet. (Foto Eberhard Klein)
Rechts: Trachytmauer in Wölferlingen (Foto Karl Kessler)

Auch die alte im Zweiten Weltkrieg zerstörte Autobahnbrücke bei Limburg bestand zum Teil aus Trachyt, allerdings aus Wölferlingen. Aus dort nicht verwendeten Quadern errichtete man dort die am östlichen Ortseingang von Wölferlingen an der Straße befindliche Mauer.
Steinbrüche sind lebensgefährliche Orte. Das Betreten ist immer nur mit Genehmigung des Unternehmers erlaubt. Das Gleiche gilt auch für Tongruben.


Tongrube Esther 
Oberhalb der Tonlagerstätte, einem Walderdorff´schen Betrieb bei Boden, ist ein Vulkanbau mit umfangreichen, gut geschichteten Tuffen aufgeschlossen. Je nach Abbaufortschritt sind sogar die Fördergänge des Vulkanes zu erkennen. Gut zu sehen ist die Verziegelung (Rotfärbung) des Tones unterhalb des heiß abgelagerten Basaltes.
Hier muss das Betriebsgelände nicht betreten werden. Der Aufschluss ist von der Straße L300 einsehbar.


Grube Victoria
Am Fuß des Hochsteins, an der Straße zwischen Schönberg und Hahn befindet sich das verschlossene Stollenmundloch der ehemaligen Braunkohlengrube Victoria. Die unterhalb liegenden Haldenreste bieten Fundmöglichkeiten für Braunkohle und Mineralien.
 



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Ausblick
Neben diesen vorgestellten Geotopen gibt es noch zahlreiche weitere Objekte, die erwähnenswert gewesen wären. Insbesondere solche, die den Erzbergbau, die Entstehung der Tonlagerstätten und den paläozoischen Untergrund (Schiefer und Sandsteine des Devons) betreffen, fanden hier noch keine Aufnahme. Der Aufgabe der Geotopvernetzung entsprechend, werden diese Geotope später in einer entgültigen Liste berücksichtigt!
Ein erstes Ziel ist für die Autoren erreicht, wenn durch die Erschließung der geologischen Besonderheiten vielen Westerwäldern das Bewusstsein gestärkt wird, dass sie in einer besonderen Landschaft mit einer spannenden Vergangenheit leben. Nur dann können wir den Gästen überzeugend die Schönheiten unseres Westerwaldes zeigen. (Karl Kessler - 2005)

Literatur
AUFLISTUNG der Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler, Landschaftsschutzgebiete und geschützte Landschaftsbestandteile im Westerwaldkreis, o.J..
BARTOLOSCH, Thomas, A.: Basalt im Westerwald. Westerwälder Beiträge 2. Herausgeber: Landschaftsmuseum Westerwald. Hachenburg 1982.
FISCHER, Helmut: Sagen des Westerwaldes. Herausgeber: Westerwald-Verein e.V., Montabaur 1993.
GENSICKE, Hellmuth: Kirchspiel und Gericht Marienberg. In: Die Kirchengeschichte. Bad Marienberger Chronik Band 4, Bad Marienberg 1996.
GROSSER WESTERWALD-FÜHRER. Herausgeber: Westerwald-Verein e.V., Montabaur 1979.
LOOK, Ernst-Rüdiger: Voraussetzungen für die Umsetzung des IGUS/UNESCO Joint Projektes: GEOSITES in Deutschland S.23-28, in: LOOK (Hrsg.) Geotopschutz und seine rechtlichen Grundlagen Schriftenreihe der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Heft 5, Hannover 1977.
MUSEUMSFÜHRER Landschaftsmuseum Westerwald, Montabaur 1993.
SCHWICKERT, Peter, W.: Naturschutzgebiete im Westerwaldkreis. Montabaur 2002.
Zaunert, Paul: Hessen-Nassauische Sagen. Jena 1929.



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Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 06.12.13