Geotope im Westerwald
    Beiträge von Karl Kessler u. Eberhard Klein (2005)
 
Was ist ein Geotop
Geotope im Westerwald
Geotope u. archäologische Denkmäler

Geotopvernetzung im Westerwald
Geoland Westerwald
Den Stein ins rollen bringen
Geotopvernetzung im Westerwald

Wir Westerwälder blicken in andere Regionen, in die Eifel, die Schwäbische Alb, den Spessart, den Odenwald, nach Sachsen-Anhalt und gar ins Martelltal in Südtirol, wir wundern uns und staunen, was dort so alles vorangebracht wird. Da gibt es einen Vulkanpark, geologische Lehrpfade, Radwanderwege, die geologische Besonderheiten miteinander verknüpfen. 


Geotop "Basaltpark Bad Marienberg, Außenstelle des Landschaftsmuseums Westerwald und  Dokumentations- stätte für den Basaltabbau im Westerwald.
Und wir haben die Zeit gut verschlafen, trotzdem Prof. Dr. Heinz Fischer von der Uni Koblenz schon vor einigen Jahren auf Einladung des Westerwaldkreises bei einem Kreisheimatkundlertag in einem bemerkenswerten Vortrag auf die Wichtigkeit der In-Wert-Setzung der Geotope in der Kulturlandschaft Westerwald und auf die damit verbundenen positiven Auswirkungen für einen sanften Tourismus hingewiesen hat. 1997 weist Fischer auch auf Lücken in der rheinland-pfälzischen Gesetzgebung hin. 

Das Landespflegegesetz fordert ausdrücklich die Unterschutzstellung von Naturdenkmalen, von Quellen, Wasserläufen, Bäumen und Alleen auch von Felsen, erdgeschichtlichen Aufschlüssen und besonders wertvollen Landschaftselementen. Doch die Ausführung der Gesetze ist definierbar wie Gummi. Die wenig griffigen Definitionen geben jedem halbwegs pfiffigen Advokaten bestmögliche Ansatzpunkte um ein Unterschutzstellungs-Verfahren zu verzögern oder gar zu verhindern. 
Der Geograph Fischer stellt fest: Wie kein anderes mitteleuropäisches Mittelgebirge ist die Landschaft Westerwald aus Basalt aufgebaut, und zwar in unterschiedlichster Ausbildung, was letztendlich eine Folge der erdgeschichtlichen Entwicklung dieses Raumes ist. Die Bewertung aller noch zu erfassenden Geotope für eine mögliche Unterschutzstellung verlangt eine breite Diskussion Der geographische Westerwald - unser Arbeitsgebiet.  auf allen Verwaltungsebenen. Und darüber hinaus ist es auch dringend erforderlich, den privaten Bereich über Sinn und Zweck des Geotopschutzes aufzuklären; im Gegensatz zum Biotop hat der Geotop bis jetzt noch keine „Öffentlichkeit“, so Fischer. Wir haben im geo- grafischen Westerwald länderübergreifend geologische Besonderheiten, auf die es gilt aufmerksam zu machen. Das trifft nicht zuletzt auch für den Namen der Landschaft Westerwald zu, den wir viel stärker gemeinsam benutzen und hervorheben sollten. Unmissverständliche Forderungen zur baldigen Erfassung, Unterschutzstellung und Vernetzung von Geotopen anlässlich meiner Verabschiedung aus der Museumsarbeit vor drei Jahren, wurden ebenso wenig, wie die von Prof. Fischer, weder vom Landkreis, noch von den Tourismusexperten, noch vom Westerwald-Verein aufgegriffen.  Was hätte man nicht schon alles mit der berühmten 23 Millionen Jahre alten „Stöffelmaus“ unternehmen können, stattdessen hat sie sich verschämt im Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg verkrochen. Wann kommt endlich einmal das Ende unseres Wäller Dornröschenschlafes? Wir müssen schnell zu einem nachhaltigen Landschaftsmarketing kommen! Es geht um den Aufbau geotouristischer Infrastrukturen durch Vernetzung überaus zahlreicher Westerwälder Geotope.Vorhandene Museen, die sich der Geologie widmen oder über Abteilungen zu Geologie und Bergbau verfügen, bieten sich als Informationszentren an. 
Beim ersten Gespräch zur Geotopvernetzung im Westerwald, am12. März in Bad Marienberg, einer Initiative der GfH, wurden die verschiedensten Geotope, und was darunter verstanden wird, eingehend erläutert und vorgestellt. Dabei wurde ein realisierbares Konzept als Stufenplan erläutert und anschließend diskutiert und verfeinert. 
Wir sollten auch keinesfalls mit unserer Arbeit erst nach einer amtlichen Unterschutzstellung der Geotope beginnen, denn wenn wir uns an Fischers Aussage erinnern, kann das Procedere auf den verschiedenen Verwaltungsebenen viel Zeit in Anspruch nehmen. 

Vor wenigen Wochen hat eine erfolgversprechende Unterredung beim Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation in Koblenz stattgefunden. Wir erhielten die Zusage, dass die von uns mit GPS erfassten und zu benennenden Geotope mit einer knappen Beschreibung bei der Neuauflage der CD-ROM – TK 1: 25 000 (Westerwald) aufgenommen werden. Modernste Technik macht es möglich. Das Bad Marienberger Gespräch, an dem Mitarbeiter der Mainzer Landesämter für Geologie und Bergbau, der Erdgeschichtlichen Denkmalpflege, drei Geologen, zwei Geographen, Vertreter des Tonbergbaumuseums Siershahn, des Bergbaumuseums des Kreises Altenkirchen, des Schaubergwerks Neunkirchen- Salchendorf, des Zweckverbandes Stöffel und der Stadt- und Verbandsgemeinde Bad Marienberg teilnahmen, ergab eine Fülle von Anregungen, die Mut gemacht haben bald zu handeln. Wunsch der GfH ist, dass der Westerwald-Verein hier zunächst federführend tätig werden sollte.   Karl Kessler

Zu den Fotos:
1. Geotop "Basaltpark" Bad Marienberg, Außenstelle des Landschaftsmuseums Westerwald und Dokumentationsstätte für den Basaltabbau im Westerwald. 
2. Der geographische Westerwald - unser Arbeitsgebiet.  
3. Geotop "Basaltsteinbruch Schmalburg" bei Beilstein im östlichen Westerwald.


Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 26.04.12