Geotope im Westerwald
    Beiträge von Karl Kessler u. Eberhard Klein (2005)
Was ist ein Geotop
Geotope im Westerwald
Geotope u. archäologische Denkmäler

Geotopvernetzung im Westerwald
Geoland Westerwald
Den Stein ins rollen bringen

Karl Kessler
DEN STEIN INS ROLLEN BRINGEN

Wege zum Geopark Westerwald

Den Claim abstecken – Netzwerk der Geotope
Bevor auf das eigentliche Thema des Vortrages eingegangen wird, gilt es zunächst einmal den Begriff „Geotop“ näher zu betrachten, den wir in der Schriftenreihe der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Heft 5, 1977 finden: Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Kenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile.


Erdgeschichtliche Besonderheiten stehen in einem Geopark im Vordergrund. Archäologische-, historische- und Baudenkmäler von überregionaler Bedeutung sollten das Angebot abrunden und damit weitere Landschaftspotenziale erschließen. So kann die Verknüpfung von Erdgeschichte und kulturellem Erbe den Mittelgebirgsraum Westerwald aufwerten und prägen. 
Bei der Auswahl der Geotope ist darauf zu achten, dass sie erdgeschichtliche Vorgänge deutlich veranschaulichen und einen hohen Aussagewert für Wissenschaft, Forschung, Lehre, Volksbildung und Heimatkunde besitzen und / oder die einfach nur besonders schön, eigenartig oder selten sind. Für die archäologischen Denkmäler gilt das Gleiche. Wobei da die überregionale Bedeutung sehr zu beachten ist. Deren Anzahl muss auf wenige Beispiele beschränkt bleiben. Es kann nicht angehen auf Hügelgräber, vorgeschichtliche und mittelalterliche Siedlungsreste (Wüstungen), Eisenverhüttungen und Kohlenmeiler aufmerksam zu machen. Man würde sonst unerwünschten Raubgräbern Vorschub leisten und der archäologischen Denkmalpflege einen Bärendienst erweisen. 
Die Erfassung von Baudenkmälern, wie Klöster, Kirchen, Schlösser, Burgen und landschaftstypischen Häuser, ist unproblematisch und wünschenswert.


Der Westerwald blickt auf eine lange und bewegte erdgeschichtliche Vergangenheit zurück. Im Devon, vor ungefähr 400 Millionen Jahren, bedeckte Meer unsere Heimat. Größere Korallenriffe zogen sich entlang der Küsten. Fremdartige Fische und andere, längst ausgestorbene Tiere hatten hier ihren Lebensraum. Gegen Ende des Devons zog sich das Meer zurück und baumhohe Schachtelhalme siedelten auf den ehemaligen Meeresböden. Besonders im östlichen Westerwald entdeckt das kundige Auge die steinernen Zeugnisse eines regen Vulkanismus während der Steinkohlenzeit (Karbon), welcher auch großen Erzreichtum mit sich brachte (Lahn-Dill-Gebiet). 
Viele Millionen Jahre danach haben im Westerwald keine Spuren hinterlassen.
Erst seit Beginn der Erdneuzeit vor 60 Mio Jahren finden sich wieder Zeugnisse der Erdgeschichte. Zu dieser Zeit war das Klima feuchtwarm und die intensive Verwitterung der Schiefer und Sandsteine, die Silikatverwitterung, führte zu Bildung der Tone. Heftige Regengüsse und Flüsse transportierten die Tone und lagerten sie in Mulden ab.
Dort werden sie heute abgebaut, in Töpfereien und in der keramischen Industrie verarbeitet oder dem Export zugeführt.
Allerdings war es in der Tertiärzeit nicht ruhig. An zahlreichen Stellen brachen immer wieder größere und kleinere Vulkane aus. Braunkohle bildete sich durch Inkohlung der Wälder, die von vulkanischen Auswurfmassen zugedeckt waren. Unsere Berge und Hügel bergen oftmals ehemalige Vulkanruinen und Lavaströme unter ihrer Waldbedeckung. Mit den Jahren wurde es merklich kühler. Die Tropenwälder wichen Grassteppen und Tundren (Quartär). Dauerhaft blieb jetzt der Boden gefroren. Nur oberflächlich taute er im Sommer auf. An den Hängen rutschte der Boden talwärts und mit ihm durch die sog. Solifluktion viele Basaltbrocken, die sich von den Basaltdecken gelöst hatten. 
Zahlreich sind die Zeugen dieser vergangenen Welten im Westerwald. Tief eingeschnittene Bachtäler offenbaren Sandbänke und Tonlagen des Devonmeeres. Im Wald versteckte Basaltfelsen legen Zeugnis ab vom regen Vulkanismus des Tertiärs. Vergessen dürfen wir keinesfalls die vielen Tongruben und Steinbrüche, die immer wieder neu wissenschaftlich wertvolle Aufschlüsse schaffen.

Es ist eine wichtige Aufgabe, diese Stellen zu erhalten und den Menschen, die hier wohnen und die hier ihren Urlaub erleben, zu zeigen. Einigen Gemeinden wurde diese Aufgabe in den letzten Jahren bewusst und sie nehmen sich dieser Aufgabe liebevoll an. Leider stehen bislang diese Bemühungen heute immer noch isoliert da. Für den Westerwälder und den Besucher wäre es hilfreich, diese Einzelinitiativen und bereits bestehende und neu zu schaffende Großprojekte (Museen) miteinander in Verbindung zu bringen.
Das mag zur Einführung genügen. 


Der Titel meines Vortrags „Den Claim abstecken...“ erinnert an die Goldsucher anno 1850 auf dem Weg nach dem kalifornischen Sacramento. In der Tat, es gilt einen Schatz zu heben. 
Zunächst sei ein Rückblick erlaubt. Vor etwa 150 Jahren beschrieb der Vater der Deutschen Volkskunde, Wilhelm Heinrich Riehl als er von Herborn kommend das Land bereiste seine Eindrücke so: Der Westerwald ist eine... fast nur mit grünem Samt der Heidevegetation geschmückte Hochfläche, auf welcher zahllose Basaltblöcke zerstreut liegen, als habe der Himmel in seinem Zorn Felsen gehagelt,... Basaltblockfelder, die wir heute noch vielerorts unter Wald finden, waren damals noch häufig auf den Viehweiden zu beobachten. Und steinreich ist der Westerwald bis heute geblieben. Die Weiden wurden längst melioriert und dabei die oft mehr als tischgroßen Felsblöcke „verlocht“, im Boden versenkt. Zusätzliche Weidefläche war gewonnen.

Seit der Verkehrserschließung durch die Eisenbahn seit 1888 haben die Wäller ihre Bodenschätze nutzen können, die exportiert, in der Industrie, beim Straßen- und Eisenbahnbau, in der Bauwirtschaft und im Handwerk Verwendung fanden. Erz-, Ton- und Braunkohlengruben lebten auf. Quarzit- und Klebsandgruben, Basalt-, Trachyt-, Diabas,- und Kalksteinbrüche wurden eröffnet. Man fand nach den Notjahren im 19. Jahrhundert wieder lohnende Arbeit im Land und so sprach man vor 100 Jahren schon von einem bescheidenen Wohlstand. Der Tourismus nahm damals seinen Anfang. Frühe Naturschutzbestrebungen des Westerwald-Vereins führten zur Unterschutzstellung weniger meist durch den Basaltabbau gefährdeter geologischer Eigentümlichkeiten, die wir heute Geotope nennen.
Vom Westerwald-Verein wurde 1978, bearbeitet von Hermann-Josef Roth, eine vollständige Zusammenstellung sämtlicher Naturdenkmale, Landschafts- und Naturschutzgebiete des Westerwaldes herausgegeben. Dabei blieb es dann auch. Bis 1997 Prof. Dr. Heinz Fischer von der Uni Koblenz auf Einladung des Westerwaldkreises bei einem Kreisheimatkundlertag in einem bemerkenswerten Vortrag auf die Wichtigkeit der Inwertsetzung der Geotope in der Kulturlandschaft Westerwald und auf die damit verbundenen positiven Auswirkungen für einen sanften Tourismus hingewiesen hat. Dabei sprach er mit Nachdruck die Erfassung von Geotopen an, die auch wegen ihrer Seltenheit oder Einmaligkeit oder wegen ihrer Bedeutung für Forschung und Lehre beachtet und – im Bedarfsfalle – geschützt werden müssen. Im gleichen Jahr wies Fischer an anderer Stelle auch auf Lücken in der rheinland-pfälzischen Gesetzgebung hin:
Das Landespflegegesetz fordert ausdrücklich die Unterschutzstellung von Naturdenkmalen, von Quellen, Wasserläufen, Bäumen und Alleen auch von Felsen, erdgeschichtlichen Aufschlüssen und besonders wertvollen Landschaftselementen. Doch die Ausführung der Gesetze ist definierbar wie Gummi. Die wenig griffigen Definitionen geben jedem halbwegs pfiffigen Advokaten bestmögliche Ansatzpunkte um ein Unterschutzstellungs-Verfahren zu verzögern oder gar zu verhindern. Der Geograph Fischer stellte fest: Die Bewertung aller noch zu erfassenden Geotope für eine mögliche Unterschutzstellung verlangt eine breite Diskussion auf allen Verwaltungsebenen. Und darüber hinaus ist es auch dringend erforderlich, den privaten Bereich über Sinn und Zweck des Geotopschutzes aufzuklären; im Gegensatz zum Biotop hat der Geotop bis jetzt noch keine „Öffentlichkeit“, so Fischer. 

Unmissverständliche Forderungen der GfH seit dem Jahr 2000 zur baldigen Erfassung, Unterschutzstellung und Vernetzung von Geotopen wurden ebenso wenig, wie die von Prof. Fischer, weder von den Landkreisen, noch von den Kommunalpolitikern und von den Tourismusexperten aufgegriffen.
Das führte zur Feststellung der GfH: Wir Westerwälder blicken in andere Regionen, in die Eifel mit Vulkanpark, die Schwäbische Alb, den Odenwald, an die Bergstrasse, nach Sachsen-Anhalt und Bayern, da gibt es ausgewiesenen Geotope in Fülle, die miteinander vernetzt wurden, wo Geoparks entstanden sind, die zum Teil aus EU-Mitteln gefördert wurden.
Provokativ wurde nach dem Ende des Dornröschenschlafes nachgefragt.

Wir müssen schnell zu einem nachhaltigen Landschaftsmarketing kommen!
Es geht um den Aufbau geotouristischer Infrastrukturen durch Vernetzung der Geotope im Westerwald, so die Forderung der GfH mit einem realisierbaren Konzept als Stufenplan. Im Westerwald wird die Vernetzung von Geotopen benötigt, weil... 
1. dadurch der Tourismus einen Aufschwung erfährt!
2. außerhalb gesetzlicher Maßnahmen nur so der Schutz der Geotope gewährleistet werden kann.
3. bereits bestehende Einrichtungen miteinander verbunden werden.
4. Pädagogen didaktisches Lehrmaterial an die Hand gegeben wird.
5. dadurch den Westerwäldern die geologischen Besonderheiten der Landschaft nahe gebracht werden können.

Die Planungsinformation, Ideensammlung und eine vorläufige Erfassung der Geotope und Denkmäler sind voran gekommen. Vorhandene Museen, die sich der Geologie widmen oder über Abteilungen zu Geologie und Bergbau verfügen, bieten sich als Besucherinformationszentren an. 
Die Beteiligung der staatlichen geologischen und denkmalpflegerischen Dienste ist selbstverständlich und entspricht auch der Aufgabe als zentrale Fachbehörde der Länder.

So waren beim ersten Gespräch zur Geotopvernetzung im Westerwald im März 2003 in Bad Marienberg auf Einladung der GfH Mitarbeiter der Mainzer Landesämter für Geologie und Bergbau und der Erdgeschichtlichen Denkmalpflege dabei. Weiter nahmen Geologen, Geographen, Vertreter einiger Museen, des Zweckverbandes Stöffel und der Stadt- und Verbandsgemeinde Bad Marienberg teil. Dabei wurden die verschiedensten Geotope und was darunter verstanden wird, eingehend erläutert und vorgestellt. Das vorläufige Konzept der GfH wurde beraten, erläutert, diskutiert und verfeinert. Das Gespräch ergab eine Fülle von Anregungen, die Mut machten bald zu handeln. Keinesfalls sollte die Arbeit erst nach einer amtlichen Unterschutzstellung der Geotope beginnen, denn wenn man sich an Fischers Aussage erinnert, kann das Procedere auf den verschiedenen Verwaltungsebenen viel Zeit in Anspruch nehmen. 
Ein rechtlicher Schutz ist nicht automatisch für jeden Geotop erforderlich und auch nicht sinnvoll. Wichtig ist die Nutzung des erdgeschichtlichen Potenzials der Region durch den Tourismus. Mit Vorträgen in Breitscheid, Wallmerod und Selters zum Thema und Beiträgen in der Westerwälder Zeitung und in der Zeitschrift „Der Westerwald“ wurde die Öffentlichkeitsarbeit begonnen. 

Seit 2004 wird die GfH bei den Vorarbeiten zum Geopark Westerwald vom Westerwald-Verein e.V. federführend unterstützt. Schließlich wurde für das Jahrbuch „Wäller Heimat 2005“ die Geotopvernetzung mit dem Ziel der Schaffung eines Geoparks Westerwald zum Schwerpunktthema ausgewählt. Auch dieser erneute Aufruf blieb ohne Echo. Die Ideen und die bereits geleisteten Vorarbeiten für einen Geopark wurden durch den Stellvertretenden Hauptvorsitzenden des Westerwald-Vereins e.V., Friedrich-Wilhelm Georg, bei einem Treffen mit Landräten und Bürgermeistern vorgetragen. Im Februar dieses Jahres hatte dann der Landrat des Kreises Limburg-Weilburg, Dr. Manfred Fluck, zu einem Workshop „Geopark Westerwald-Taunus“ eingeladen, da es dort auch entsprechende Bemühungen gibt. Im Ergebnis bestand Einigkeit darüber – es waren auch einige Teilnehmer aus dem Westerwald dabei - , dass der eingeleitete Prozess fortgeführt werden soll. In der Anfangsphase könnten organisatorische Arbeiten vom Amt für den ländlichen Raum in Limburg wahrgenommen werden. 

Nun, es ist Bewegung in die Sache gekommen!
Der Stein scheint ins Rollen zu kommen.

I
m Westerwald und links der Lahn gibt es zahlreiche exponierte Stellen, an denen das Gestein und der geologische Untergrund zu Tage treten. Solche Stellen sind bedeutsam, denn sie gewähren, wie durch ein Fenster, einen Einblick in die Geschichte unserer Erde. 62 Geotope konnten bisher von der GfH und der Arbeitsgruppe Limburg festgestellt werden. 8 Geotope, die mit einem archäologischen Denkmal überregionaler Bedeutung verbunden sind und 6 archäologische Denkmäler von ebenfalls überregionaler Bedeutung kommen hinzu. Die weniger aufwändige Erfassung der Baudenkmäler muss noch erfolgen. Als künftige Geopark-Besucherinformationszentren konnten 12 Museen mit geologischen Abteilungen ermittelt werden. Die Tourist-Informationen sollten eine weitere Anlaufstelle sein. 

Geopark Westerwald
Geotope

  1  Tertiärpark Stöffel, Basaltbruch, Industriedenkmal, Fossillagerstätte, Enspel 
  2   Basaltpark Bad Marienberg 
  3   Flussschleife der Großen Nister mit Prall- und Gleithängen, Müschenbach / Kloster Marienstatt
  4   Tonschieferbergwerk Assberg, Limbach
  5   Basaltsteinbruch Schimmerich, Friedewald
  6   Großer u. Kleiner Wolfstein, Basalt, Bad Marienberg
  7   Pfaffenmal, Basalt, Nisterau-Bach
  8   Säulenbasaltbruch Unnau, Unnau
  9   Hochstein, Basalt, Basaltbruch, Höhn-Neuhochstein
10 Braunkohlengrube Victoria, Hahn b. Bad Marienberg
11 Tonschieferfalte, Kirchener Loreley, Kirchen
12 Erzbergbau-Lehrpfad, Herdorf
13 Basaltbruch Rinsberg
14 Trödelsteine, Basalt, Emmerzhausen
15 Wodansstollen, Erzbergbau-Lehrpfad, Salchendorf
16 Tonschieferfalte, Niederhövels
17 Druidenstein, Basalt, Kirchen-Herkersdorf
18 Seitenstein, Basalt, Hellenhahn
19 Schaubergwerk Bindweide, Steinebach
20 Holzbachschlucht mit Sonnenkanzel, Seck / Gemünden
21 Tonbergbaumuseum, Siershahn
22 Bergbaumuseum, Herdorf-Sassenroth
23 Ketzerstein, Basalt, Liebenscheid-Weißenberg
24 Grauer Stein (Botterweck), Rennerod
25 Sengelberg, Tertiärer Vulkanismus, Herschbach b. W.
26 Zehntgarbenstein, Basalt, Hartenfels
27 Steinbruch Kranstein, Basalt, Weltersburg / Willmenroth
28 Stromberg, Basalt, Westerburg / Willmenroth
29 Loreley, Tonschieferfalte, Kirchen
30 Wilweiberley, Basalt, Oberdresselndorf
31 Schiefersteinbruch Grünebacher Hütte
32 Erzbergbau-Lehrpfad, Herdorf-Dernbach
33 Seitenstein, Basalt, Hellenhahn
34 Steinbruch Galgenkopf, Basalt, Weitefeld
35 Braunkohlengrube Kohlensegen
36 Großer Stein, Basalt, Holzhausen
37 Steinbruch Rollsberg, Dorndorf
38 Herschbacher Leyen, Basalt
39 Trachytbruch Weidenhahn
40 Trachytbruch Wölferlingen
41 Kristallhöhle Kubach, Weilburg-Kubach
42 Eisenerzgrube Fortuna, Solms-Oberbiel
43 Fossilienanschnitte am Klärwerk, Haiger
44 Lahn-Marmor-Museum, Villmar
45 Unica-Marmorbruch, Villmar 
46 Lahn-Marmor-Weg, Villmar
47 Geologischer Lehrpfad Weilburg
48 Mammuthhöhle, Braunfels-Tiefenbach
49 Diabassteinbruch, Braunfels-Philippstein
50 Montanhistorischer Wanderweg, S.-Tringenstein
51 Soleheilquelle, Kleingradierwerk, Dillenburg-Eibach
52 Wilhelmsteine, Siegbach-Tringenstein
53 Gertrudisbrunnen, Leun-Biskirchen
54 Schwalbacher Brunnen, Schöffengrund-Schwalbach
55 Grube Ypsilanta, Dillenburg-Oberscheld
56 Sauerborn, Nenderoth
57 Säuerling-Quelle, Probbach
58 Erpeler Ley, Basaltintrusion, Säulenbildung
59 Beilstein, Basalt, Oberdreis
60 Wilder Stein, Basalt, Hilgert
61 Bertenauer Kopf, Basalt, Neustadt
62 Roßbacher Häubchen, Rossbach/Wied 

Geotop und archäologisches Denkmal von
überegionaler Bedeutung  

1 Dornburg, Basalt / Blockhalden Eisbildung, „Ewiges Eis“, Frickhofen, Wilsenroth,    Langendernbach
2 Devonisches Kalkriff m. Wildweiberhäuschen vorgesch. Wohnhöhle, Langenaubach
3 Heidenhäuschen, Basalt, eisenzeitl. Ringwall, Hadamar-Steinbach 
4 Malberg, Phonolith.Trachyt, eisenzeitl. Höhensiedlung, Ringwall, Ötzingen / Moschheim / Leuterod
5 Bornkasten, Basalt, eisenzeitl. Höhensiedlung, Abschnittswall, Nomborn
6 Almerskopf, Basalt, eisenzeitl. Höhensiedlung, Ringwall, Merenberg-Barig-   Selbenhausen
7 Heunstein, Basalt, eisenzeitliche Höhensiedlung, Ringwall, Dillenburg
8 Karst-Lehrpfad, Steinkammerhöhlen in der Vorgeschichte bewohnt, Breitscheid- Erdbach 

Archäologisches Denkmal von überregionaler Bedeutung
1 Burg, umwallte eisenzeitl. Höhensiedlung
2 Steinkistengrab H.-Oberzeuzheim, Hachenburg
3 Steinkistengrab H.-Niederzeuzheim
4 Grauer Stein, Menhir, Langgöns-Ober-Niederkleen
5 Glockenschachfeld des alten Tonbergbaus, Hilgert, Ransbach-Baumbach, Bendorf 
6 Dünsberg, keltisches Oppidum, Biebertal

Geopark-Besucherinformationszentren:
Museen mit geologischen Abteilungen und 
Tourist-Informationen


1 Landschaftsmuseum Westerwald, Hachenburg
2 Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen, Herdorf- Sassenroth
3 Museum für Erd- und Vorgeschichte „Zeitsprünge“, Breitscheid-Erdbach
4 Tonbergbaumuseum, Siershahn
5 Kristallhöhle Kubach, Weilburg-Kubach
6 Grube Fortuna, Solms-Oberbiel
7 Bergbaumuseum Weilburg
8 Villa Grün, Dillenburg
9 Tertiärpark Stöffel im Aufbau
10 Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen
11 Lahn-Marmor-Museum, Villmar
12 Mobiles Landschaftsmuseum, Hausen


Südwestlich von Hartenfels am Hauptwanderweg II des Westerwald-Vereins befindet sich der Zehntgarben-Stein. Der Sage nach handelt es sich um einen umgestürzten Erntewagen. Ein Bauer wollte sein Getreide in der Dunkelheit vor einem nahenden Gewitter einfahren, ohne seinem Schutzherren, dem Erzbischof von Trier, den „Zehnten“ abzugeben. Im Schein der Blitze gewahrte ihn der Zehntenerheber von der nahegelegenen Burg Hartenfels und ritt dem flüchtenden Bauern nach. Auf dem holprigen Weg schlug der hochbeladene Erntewagen um. Zornig über sein Ungeschick schrie der Bauer dem Erheber einen Fluch entgegen: Wenn du doch zu Stein würdest! Doch die Verwünschung traf den Flucher selbst. Kaum war das letzte Wort von seiner Zunge, da herrschte Totenstille. Der Zehntenerheber fand nur noch einen Haufen versteinerter Garben und daneben den Bauern mit seinem Ochsen- oder Pferdegespann, halbeingesunken in der Erde, regungslos, Basaltsteine (Foto Karl Kessler)

07.11.2005

Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 07.02.13