Mundart im Westerwald


 DIE Westerwälder Mundart gibt es nicht. Sie ist eine Volkssprache in Varianten. In der Gruppe der mitteldeutschen Mundarten ist der Westerwald von den Kulturkreisen Kurtrier, Kurköln und Kurmainz auch sprachlich geprägt. Doch sind die Mundarten offensichtlich im Aussterben begriffen. Vielfältig sind die Gründe dafür. Wir laden jeden Interessenten, mit Mundart-Wörtersammlungen zur Dokumentation beizutragen. Zur Zeit erarbeitet eine  Arbeitsgruppe für den Bereich der Verbandsgemeinde Hachenburg unter wissenschaftlicher Begleitung des Sprachwissenschaftlers Professor Dr. Gerhard Augst von der Universität Siegen ein Mundartwörterbuch. Helfen Sie mit zu retten, was noch zu retten ist, um die Volkssprache als wichtige Geschichtsquelle und als Einblick in das Leben unserer Vorfahren zu erhalten. Über Ihre Mitarbeit würde sich die GfH sehr freuen. (KK)

Mundartwörterbuch auch für den Bereich der VG Bad Marienberg seit Anfang 2002 !
Eine gemischte Arbeitsgruppe GfH/ andere Heimatkundler stellen sicher, dass in der Westerwälder Zeitung täglich ein    Mundartbeitrag erscheint. Beiträge nimmt Hermann-Josef Hucke entgegen:


Sascha Hehl
Oberstraße 47
56414 Hundsangen
Telefon: 0163-6320177
E_Mail: sashehl(ed)students.uni-mainz.de


Wilfried Göbler 
Am Bommert 2 - 4   
56244 Rückeroth                        
Tel.: 02626 - 8391            
Fax: 040 3603 649277
E-Mail: GoeblerWilfried@aol.com

 


Mundart in Bad Marienberg

Jeden Monat trifft sich die Bad Marienberger Mundartgruppe.
Es sind - vereinsunabhängig - alle Marmer Bürger eingeladen, die Mundart sprechen.

Gesammelt werden Anekdoten, Reime, Redewendungen, Geschichten (auch selbst geschriebene), Kraftausdrücke u. v. mehr. Ingrid Wagner hält das alles in "Marmer-Schreibweise" auf dem Computer fest und trägt so eine Sammlung humoriger "Stöckelscher" zusammen.
Später soll diese Sammlung als weiteres lesenswertes Büchlein und vielleicht dazu auch eine Hör- Kassette in Marmer Platt erscheinen. Vor Allem sollen die erzählten Geschichten vor dem Vergessen bewahrt werden. Der erste Band "Marmer Platt" ist im Dezember 2011 erschienen.

                   Kontaktadressen:

Ingrid Wagner
56470 Bad Marienberg
wwv-hjwagner(ed)t-online.de
Tel. 02661-982636
 

Karl Kessler, Langgasse 1a
56470 Bad Marienberg
Tel.: 02661/ 6841

Der  "Plattschwätzer-Stammtisch" in Bad Marienberg trifft sich alle 4 Wochen in der "Heimatstube"

Der "Plattschwätzer-Stammtisch" in Bad Marienberg trifft sich alle 4 Wochen in der "Heimatstube"
Es werden mundartliche "Schätze" zusammenzutragen um zur gegebenen Zeit wieder etwas zu veröffentlichen.

"Marmer Platt - Mundartwörterbuch"

"Marmer Platt - Mundartwörterbuch"
12,80 € ; Verkaufstelle in Bad Marienberg: Tourist Info, Wilhelmstrasse 10,
Buchahndlung Mille, Bismarkstrasse; Parfümerie Schimmelpfennig,
Bismarkstrasse 5; Krankengymnastik Praxis Claudia Roth, Bismarkstrasse 22.

"Westerwälder Mundart-Lexikon" Willy Hain, Montabaur
Wörter - Ausdrücke - Begriffe - Redensarten zwischen Rhein, Sieg, Lahn und Dill
Paperback, 947 Seiten, Neuwieder Verlagsanstalt, .2002


Mehr Westerwaldliteratur ---->>>

Mundart im Westerwald: Eine Sammlung Westerwälder Mundartliteratur
Verzeichnis der bisher veröffentlichten aktuellen und älteren Mundart(wörter)bücher im Westerwald.
Gesammelt werden hier alle Mundart-Veröffentlichungen aus dem Westerwald.
Bitte teilen Sie uns weitere Westerwälder Mundart Beiträge mit, damit sie in die Tabelle aufgenommen werden können.  -->>>

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Ortsnamen im Westerwaldkreis  in ihrer mundartlichen Aussprache sowie Ortsneckereien.
Zusammengestellt von Hermann-Josef Hucke, Daubach, unter tatkräftiger Mithilfe von vielen Mundartfreunden  ---->>
( PDF)
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Warum Westerwälder Kölsch reden!“
2008: Jahresmitarbeiterversammlung der GfH beim Zweigverein Buchholz, Die diesjährige Mitarbeiterversammlung der GfH fand in Kölsch-Büllesbach einem Ortsteil der Gemeinde Buchholz im Landkreis Neuwied an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen statt.  .... >>>
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 Die Mundartlandschaft Westerwald: Wäller Platt  >>> 
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 "Wäller Dorfusikanten" -
 Auf, spillt noch ännen !
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Aus der Vereinszeitschrift des Westerwald - Vereins "DER WESTERWALD, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern":

 Förderung der Heimatverbundenheit, Pflege des Brauchtums  - 
Studiendirektor Paul Solbach

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"Die Entdeckung des Westerwaldes", ein Gedicht in Halbs'er Mundart
es stammt aus dem Nachlass von Eugen Kessler aus Halbs


Die Entdeckung des Westerwaldes
 
Ich weiss noch, wie in de Schul ich ging,
dat an der Wand sun Landkaart hing;
de Erddeil droff soh ongelogen
bal aus wien schebber Pannekochen.
Von Afrika wor dat en Kaart
on wor do in der Medde grad
en Platschen, gruss wien Manslaidshand.
Do stonn dobei: Noch unbekannt.
Nu kom dat jo schon dessentwechen,
die Eck, die log wat afgelechen;
dan wor sun Spretzdur en dat Land
domols noch emmerhin reskant.
Bei denen villen wellen Deeren
do konn enem schon mal war basseren;
on irschd die Läid! Worn die dann besser?
 
Doch wur dat annerscht met de Zeit.
Mer wusst en der Eck och Bescheid.
Su mancher Woghals mog eniwwer,
herno schrief hä dann Becher driwwer.
Wor nu von Afrika die Red,
dann schwätzt e jeder Kaffer met.
Doch frogt mer von derheem herem,
dann wor die Weisheit net su schlemm.
 
Nu war entdeckt de ganze Welt!
Do wur mol enes Daags verzellt,
net weit vom Rhein, do läg noch Land,
dat wär suvill wie unbekannt.
Nur Eis on Kälte dät do herrschen;
Wachhecker gar on Vuchelskerschen,
die brauchten zwei Johr em ze reifen.

Su dät dä kaale Wend do peifen;
on weit on breit wär nix ze sehn,
wie Gensterstrich on decke Steen.
 
Su war vom Westerwald de Red,
on jeder, dä dat hiert, dä sät:
„Zehn Gäil, die konnter vier mich spannen,
aus su er Eck, do bläift mer dannen!“
On voll bedauern daacht mer draussen,
och on die Menschen, die nu housen
do owen, wo de Welt am End‘,
wo Sonn on Frohsinn mer net kennt.
 
Sun tap’rer Borsch et doch mol wogt.

Ob ihn de Iwermut geplogt?
Gewannert an des Rheines Strand
hä hiert von dem rauhen Land.
Zog keck met Ranzen of on Stecken,
den Westerwald wollt hä entdecken!
Wie hä sich of de Weg gemacht,
hät gar de Sonn dozo gelacht!
 
Dorch Feld und Wissen hä su streift,
dobei en monter Liedchen peift;
dorch Täler on dorch Waldesdonkel,
on iwer Höh’n em Sonngefunkel,
vorbei an manchem montern Bach,
on manchem Haus mit langem Dach;
on denkt dobei von Zeit zo Zeit:
„Ob wohl dä Westerwald noch weit?“
 
Wat wur dat Wannern ihm zur Last!
Wie juchzt hä oft aus voller Brost!
Un mog hä onnerwegs mol Rast,
war iweral hä lever Gast.
Manch blondes Kend grießt dorch de Scheiwen,
oft daacht dä Wanderer: „Sollste bläiwen?“
Doch daacht hä dann: „Irscht notz die Zeit!“
Ob wohl dä Westerwald noch weit?
 
So zog hä wäirer of der Hüh‘,
wie strohlt dä Dorn em Blietenschnie!
De Genster prangt em Flammengold,
on dausendfarwig angemolt
sein Wies on Äcker, Heid‘ on Hecken!
Su zeht de Borsch an säinem Stecken
met Staunen dorch die Gotteswelt,
vom Westerwald hä Emschau hält!
 
En Landmann gieht met weißem Hoor,
dä zeht em Acker säine For‘,
zom Hüh on Hott säin Geisel knallt.
„Sagt Freund, wo führts zum Westerwald?“
Su frägt us Wandersmann den Alen,
dä lässt dodroff säin Keh‘ mol halen,
wäist dann rondrem en weiten Bogen
on säit: „Ihr seid doch dorchgezogen.“

 
„Wie? War gewandert bis zur Stunde
durch Land ich, von dem mir die Kunde,
dass es ein Gott einst schuf im Zorn,
aus kahlen Felsen, wildem Dorn?
In dem vom rauhen Sturm zerzaust,
ein armes Volk von Knechten haust?“
Dä Ale drof: „Su gieht die Mär!
Hiert nun den Schluss och, setzt Äich her!“
 
„Als Gott nu sah, wat hä geschafft,
do nahm hä säine Wonnerkraft,
leit en jed‘ Wällerherz em Stellen
zom freien Werk den festen Wellen,
dat sie trotz Storm on harten Müh’n
net sollten en die Täler ziehn.
On dovier, dat se helen stand,
sollt of dem rauen Wäller Land,
(Su wollt‘ se Gott dovier belohnen.)
en Volk von freien Männern wohnen,
dat brav sich müht, doch Freude kennt,
on stolz sich Westerwäller nennt.“
 
Dä Borsch zog talwärts säine Stroß;
des Alen Red hä net vergoß.
Wat su entdeckt hä on gefonnen,
dat gaf hä kund em Tal do onnen.
On wo bisher der Wäller Land
verrofen war on oft verkannt,
do greff nun mancher noch no’m Stecken,
zog aus, den Westerwald entdecken,
on rühmte dann en hellen Tönen,
den Westerwald, den enzig schönen!
Wie klang nu oft dä stolze Ruf,
de Gruß, den einst dä Alte schuf?
Ihr Freunde all, ihr kennt ihn wohl!
Stemmt en: „Hui! Wäller? – Allemol!"


Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 18.11.14