Ortsarchive im Westerwald 

Kommunale Quellen
Die Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald (GfH) arbeitet in erster Linie in historisch- geographischen Teilgebieten, in denen Relikte der Vergangenheit stets in der latenten Gefahr der Zerstörung begriffen sind. Anregungen auf der Mitarbeiterversammlung 2000  berücksichtigend, möchte die Arbeitsgemeinschaft auch aufklärend und unterstützend bei der Erhaltung und Konservierung von Archivalien vor Ort, d. h. bei den Kreisen, Städten und Gemeinden mitwirken. 


Die Behandlung kommunalen Schriftgutes ist im Landesarchivgesetz von Rheinland-Pfalz geregelt. Dessen Umsetzung in die Praxis den Kommunen überlassen ist. Das Landesarchivgesetz von Rheinland-Pfalz vom 5. Oktober 1990 verpflichtet die Gebietskörperschaften seines Geltungsbereichs zu einer sachgemäßen Archivierung des erhaltenen historischen Schriftgutes. 
So heißt es im  § 2 des Gesetzes: „Die kommunalen Gebietskörperschaften, deren Verbände oder Stiftungen des öffentlichen Rechts unterhalten für ihr Archivgut eigene oder gemeinsame Archive und gewährleisten, dass diese den archiv- fachlichen Anforderungen an Personal, Räume und Einrichtungen genügen und dass in ihnen hinsichtlich der Sicherung, Erhaltung und Nutzung des Archivguts die für die staatlichen Archive geltende Grundsätze beachtet werden".

Es kann nicht Aufgabe der GfH sein, die Kommunen beim Vollzug des Gesetzes zu kontrollieren oder zu überwachen.  Eingedenk des Aufgabenstellung der GfH, vom Verlust oder von Zerstörung bedrohtes historisches Gut zu dokumentieren und, wo möglich, zu erhalten, bietet die GfH den Gemeindeverwaltungen ihre Unterstützung bei der Sichtung und Bewertung historischer Akten an. Dabei sieht sie ihre Aufgabe darin, vor allem die Ortsgemeinden darüber zu beraten, welche Unterlagen geschichtlich wertvoll sind.

Dabei kann als Grundsatz heute gelten:
„Auf fast alles, was gedruckt und gebunden ist, können Ortsgemeinden für ihr Ortsarchiv verzichten. Diese Unterlagen sind vielfach vorhanden und selten typisch für einen Ort."
Alles, was als Handschrift - ob in Kladden, gehefteten Büchern, Listen, auf Karteikarten oder auch Zetteln - noch verfügbar ist, muss gesichert werden. Dies ist die Grundlage für die Ortsgeschichte und auch für die Behandlung von Sachthemen aus historischer Zeit.

Beispiele:

  • Schriftverkehr des Bürgermeisters
  • Protokollbücher über Sitzungen des Gemeinderats / der Gemeindevertretung
  • Stock- / Grundbücher
  • Steuerkataster
  • Brandkataster
  • Gemeinderechnungen / 
    Rechnungsbücher
  • Schulchroniken
  • Unterlagen des Feldgerichts

Aus dem Gemeindearchiv  
Ausschnit einer Bürgerliste mit etlichen handschriftlichen Eintragungen (1823). Wichtig für eine Ortsgeschichte, aber auch ein Stück Identität einer Gemeinde. 

Förderung des kommunalen Archivwesens im Westerwald
Die GfH denkt bezüglich der Förderung der Archivierung u.a. an eine Befragungsaktion bei den einzelnen Ortsgemeinden, um überhaupt einen Überblick über den Umfang der noch existierenden lokalen Quellen zu erhalten. Für Interessierte stellen wir den entsprechenden Fragebogen zu einer individuellen Nutzung (auch außerhalb unseres Arbeitsgebiets) gerne zur Verfügung. Die GfH wird die Verbandsgemeinde bitten, ihr den Status ihrer Archivierung mitzuteilen, um dann gezielt Angebote für die Unterstützung zu machen. Diese wird in der Beratung vor allem der Ortsbürgermeister vor Ort bestehen. 

Einen ersten Überblick zum anfallenden Archivgut in Gemeinden des ehemals nassauischen Westerwaldes, das im Idealfall bis zur Einführung der nassauischen Selbstverwaltung 1816 zurückreicht, bietet: Müller, Markus: Kommunale Quellen und ihre Bedeutung für die Heimatforschung. Vortrag auf der Mitarbeiterversammlung der Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald (GfH) in Mudenbach am 24. Februar 1996. Nister 1996.

Ansprechpartner:
Wolfgang Gerz
Untere Pfannstraße 15
56479 Oberrod
Tel: 02664/7803


DOWNLOAD: 
Sie können hier den Fragebogen als Word-Datei (8 Seiten) in gepackter Form (ZIP, 7KB) laden und dann entpacken. Sie brauchen jedoch auf Ihrem System ein Programm das Dateien entpacken kann.


Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 08.04.12