Jahresmitarbeiterversammlung der GfH in Wallmerod

Über siebzig Gäste folgten der Einladung der Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald-Verein (GfH) zu ihrer diesjährigen Jahresmitarbeiterversammlung ins Scholzehaus in Wallmerod. Sprecher Jürgen Reusch konnte das Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtages, Angela Schneider-Forst, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod, Jürgen Paulus, den Beigeordneten der Ortsgemeinde Wallmerod, Klaus Lütkefedder, den 2.Vorsitzenden des Hauptvorstandes des Westerwald-Vereins, Friedrich Wilhelm Georg, den Hauptwart für Naturschutz, Dr. Georg Geißler, sowie die Vorsitzende des örtlichen Zweigvereins, Ursula Schork, begrüßen. 



Reusch brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass der vorgesehene Vortrag „Ortsnamen in nassauischen Westerwald“ wegen Erkrankung des Referenten ausfallen müsse. 
Doch verfüge die GfH in Karl Kessler einen kundigen und engagierten Kenner des Westerwaldes, der mit einem Vortrag über Geologie und Geotopvernetzung des Westerwaldesein ebenso wichtiges wie aktuelles Thema behandeln würde. Reusch erläuterte kurz die Aufgabenstellung der GfH und gab einige Aktivitäten im vergangenen Jahr bekannt. Das waren die Aufnahme von rd.100 Boden-und Kleindenkmälern (gesamt über 900), 8 Vorträge und 6 Exkursionen, die Einrichtung eines neuen Arbeitskreises Archäologie und Vorgeschichte mit mehreren Vorträgen und Exkursionen, die Fortsetzung der Erarbeitung von Mundartwörterbüchern für die Verbandsgemeinden Bad Marienberg und Hachenburg sowie die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Koblenz und Arbeitgemeinschaften der Universität Landau-Koblenz. Besonders hervorgehoben wurden Engagement und Leistung der Arbeitskreisleiter Archäologie, Andreas Kretz, und Erzbergbau, Karl-Heinz Krahm. Letzterer leitete eine sehr beachtete Exkursion für den Arbeitkreis Landeskunde des geographischen Instituts der Universität Landau-Koblenz zu ehemaligen Erzgruben im Raum Alpenrod. Für die Aufnahme von mehr als 60% der 2004 erfassten Bodendenkmäler wurde Dieter Trautmann eine Anerkennung zuteil. 

(v.l.n.r.) Friedrich Wilhelm Georg, Dr. Georg Geißler, Eberhard Klein, Angela Schneider-Forst (MdL), K.-H. Schäfer, Karl Kessler, K.-H. Krahm, Jochem Hellmig, Jürgen Reusch Nach Grußworten von Klaus Lütgenfedder und Dr. Geißler hielt Karl Kessler seine Vortrag, in dem er „im Zeitraffer“ den Zuhörern rd. 400 Millionen Jahre Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Westerwaldes aus geologischer, historischer und wirtschaftsgeschichtlicher Sicht präsentierte. Seine Ausführungen illustrierte er durch eine Vielzahl einschlägiger, auch historischer Dias. Neben einem Überblick über die geologischen Vorgänge im Westerwald und der davon abgeleiteten Erläuterung der Westerwälder Bodenschätze, vor allem Basalt, Ton, Schiefer und – in geringerem Umfang – Erzen, widmete sich Kessler auch den Befunden am „Stöffel“- Steinbruch bei Enspel. 
Anhand von Beispielen wie den Wolfsteinen, dem Ketzerstein, den Zehntgarben sowie Steinbrüchen und Tongruben erläuterte er den Begriff Geotope Er forderte die Aufnahme dieser Natur- bzw. bergbaulichen Denkmäler und ihre Vernetzung zur touristischen und damit wirtschaftlichen Nutzung. Dabei berief er sich auf diesbezügliche Anregungen und Vorarbeiten von Professor Dr. Heinz Fischer, Universität Koblenz, und dem hervorragenden Kenner der Westerwälder Vulkanismus Eberhard Klein aus Wuppertal. Kritisch betrachtete er die seiner Meinung unzureichende Umsetzung dieser Ideen im Westerwald durch die lokalen Behörden und Vereine. Kessler beschloss seine Ausführungen mit einem Appell, endlich zu handeln. 

Nach einer mit Gesprächen und Diskussion gefüllten Pause nahm zunächst der Vorsitzenden des Hauptvorstandes des Westerwald-Vereins, Friedrich Wilhelm Georg, zu den Vorwürfen Kesslers aus Sicht des Vereins Stellung, zu der dieser eine kurze Erwiderung gab. Danach ergriff MdL Angela Schneider-Forst das Wort und gab eine Überblick über ihre parlamentarischen Aktivitäten zugunsten der Heimat- und Brauchtumspflege. Dabei bat sie auch um Unterstützung ihrer Arbeit, vor allem durch Information. Sie sicherte der GfH weiterhin ihre interessierte und wohlwollende Begleitung zu und wies ergänzend noch auf überregionale und grenzübergreifende kulturelle Vorhaben hin, wozu sie auch Unterlagen zur Verfügung stellte.

Der Arbeitskreisleiter Schienenverkehr, Jochem Hellmig, Daaden, berichtete dann über die Aktivitäten des Arbeitskreises. Mit Genugtuung konnte er das Erscheinen der vom Arbeitskreis erstellten 128 Seiten starken Dokumentation „90 Jahre Westerwaldbahn – Von der Kleinbahn zum regionalen Verkehrsunternehmen“ vorstellen. Zum Abschluss stellte Sprecher Karl-Heinz Schäfer, Bad Marienberg, die bereits festgelegten Vorhaben der GfH für 2004 vor: je einen Vortrag und eine Exkursion im I., II. und IV. Quartal 2004, sowie Arbeitstagungen zur Archiv- und Flurnamenarbeit im II. und IV. Quartal 2004.
Einzelheiten hierzu, wie auch Angaben zu Aktivitäten der Arbeitskreise Archäologie und Erzbergbau, sind im Internet unter www.gfh-westerwald.de zu erfahren oder der Presse bzw. den Informationsblättern der Verbandsgemeinden zu entnehmen. 
Der Schwerpunkt der historischen Geländeaufnahme wird in der Verbandsgemeinde Wallmerod stattfinden. Anlässlich der Tagung wurde auch ein Autoaufkleber mit dem Logo der GfH vorgestellt und an Stelle eines Unkostenbeitrags zum Kauf angeboten. Er trägt in rot auf weiß: GfH – Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald-Verein - www.gfh - westerwald.de und ist zum Preis von 2 € bei der GfH c/o Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg zu beziehen.
( 6-2-03)
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Personen auf dem SW-Foto : (v.l.n.r.) Friedrich Wilhelm Georg, Dr. Georg Geißler, Eberhard Klein, Angela Schneider-Forst (MdL), K.-H. Schäfer, Karl Kessler, K.-H. Krahm, Jochem Hellmig, Jürgen Reusch 



folgender Bericht aus "Der Westerwald", Heft 3, 2001

750 geografisch-historische Denkmäler sind erfasst 
Für jedes Objekt legt die GfH eine Karteikarte an

In der Sitzung des Hauptvorstandes am 12. Mai 2001 in Aßlar legte Karl Kessler (Bad Marienberg), einer der Sprecher der GfH, für die Gesellschaft einen Tätigkeitsbericht vor:

Bisher wurden fast genau 750 geografisch-historische Denkmäler in der Westerwälder Landschaft erfasst. Dabei handelt es sich um Grenzsteine, Wüstungen, Hügelgräber, Burgplätze, Landwehren, Bergbaurelikte, Waldschmieden, Schlackenmeiler, Kohlenmeiler usw. Für jedes Objekt wird eine Karteikarte mit genauer Beschreibung und mit Fotos oder Zeichnungen einschließlich des Hoch- und Rechtswertes auf dem jeweiligen Messtischblatt angelegt und EDV-erfasst.

Jährlich einmal werden die Neuzugänge in Listenform den Landesämtern für Denkmalpflege in Mainz und Koblenz sowie der Forstdirektion in Neustadt / Pfalz übergeben und finden dort Eingang in deren Kartenmaterial. (s. auch auf: Boden - und Kleindenkmäler)

Drei bis vier Exkursionen finden im Jahr statt, an denen durchschnittlich je 60 Interessenten teilnehmen. Ergänzt wird das Programm durch vier Vortragsveranstaltungen, die sich ebenfalls eines guten Zuspruchs erfreuen, z. B. vor einigen Wochen in Altenkirchen bei einem volkskundlichen Thema und in Breitenau über den ehemaligen Erzbergbau auf der Haiderbach."

Im Bereich der Verbandsgemeinden Altenkirchen, Hachenburg und Bad Marienberg haben sich Arbeitskreise gebildet, die sich mit der Sammlung von Mundartwörtern befassen mit dem Ziel Mundartwörterbücher für einzelne Orte oder auch einer ganzen Verbandsgemeinde herauszugeben, das alles geschieht unter der Anleitung eines Westerwälder Sprachwissenschaftlers, des an der Uni-Gesamthochschule Siegen lehrenden Professors Gerhard Aust (Hemmelzen b. Altenkirchen).

Das in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Hachenburg und der Forstverwaltung von der GfH konzipierte „Museum in der Landschaft" in der östlichen Kroppacher Schweiz zwischen Marienstatt und Limbach ist durch Wanderwege erschlossen und verbindet im Sinne der Aufgabenstellung des WWV das Wandern mit der Kultur und der Natur und erfreut sich großer Beliebtheit.

Wie schon in den vorausgegangenen Jahren war auch die diesjährige Mitarbeiter- Jahresversammlung in Enspel gut besucht. Von der Arbeit der GfH im jähr 2000 berichteten Jürgen Reusch (Ransbach-Baumbach) und Karl Kessler. Jochen Hellmig (Daaden), der als Sprecher die Arbeitsgemeinschaft für Schienenverkehr in der GfH vertritt, verdeutlichte die mühevolle und interessante Vorbereitungsarbeit verbunden mit der Erstellung einer Konzeption für die Ausstellung „Die Eisenbahn im Westerwald" im Hachenburger Museum. Der für Laien leicht verständliche Diavortrag von Eike Michael (Koblenz) über den Westerwälder Vulkanismus und die daraus entstandenen Geotope fand eine gute Resonanz.

Die Sprecher der GfH - Jürgen Reusch, Karl-Heinz Schäfer, Jochem Hellmig und Karl Keßler  wurden im Amt bestätigt. An Stelle von Wolfgang Gerz wurde die neue Leiterin des Landschaftsmuseums Westerwald, Dr. Juliane Köhler, in den Sprecherkreis berufen. Damit dürfte die seit Jahren bewährte, sinnvolle und enge Zusammenarbeit mit dem Museum auch weiterhin gewährleistet sein. Die angesparten finanziellen Mittel werden weiterhin von WWV-Schatzmeister Helmut Ströder verwaltet. In diesem jähr werden ein Dia-Projektor, ein Overhead- Projektor, ein Projektionstisch und eine Dia- Leinwand angeschafft. Der WWV gibt auch in diesem Jahr der GfH wieder einen - von Karl Kessler „bescheiden" genannten - Zuschuss in Höhe von 1000 DM.

(aus "Der Westerwald", Heft 3, 2001)


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